Walter Giers » Museum Ritter

Einfach machen!

Multimediale Technik wird Kunst »

Walter Giers zählt zu den Pionieren der elektronischen Kunst. Seine interaktiven Objekte, Klang- und Lichtinstallationen verbinden Konstruktivismus, Kinetik und Lichtkunst zu einer eigenen, unverwechselbaren Ästhetik. Ende der 1960er-Jahre begann Giers, elektronische Bauteile zu zweckfreien Werken zu arrangieren – „Nonsens-Design“ und „Spielobjekte“ nannte er sie. Ab 1973 brachte der Einsatz von Zufallsgeneratoren einen entscheidenden Wandel: Die Objekte konnten nun ein Eigenleben entwickeln und in komplexe Wechselwirkung mit dem Publikum treten.

Die Poesie der Schaltkreise »

Die aktuelle Werkschau zeigt über 40 Arbeiten aus vier Jahrzehnten und gibt Einblick in Giers’ interdisziplinäres Universum zwischen Kunst und Design, Ton und Technik. Sichtbare Lautsprecher, Widerstände und Leiterbahnen sind nun nicht nur funktionale Elemente, sondern Teil der Formensprache. Themen wie interaktives Spiel, Naturphänomene, Umweltzerstörung, Lichtkinetik, Wahrnehmung, Kommunikation oder dadaistische Lautpoesie spiegeln sich in unterschiedlichen Werkkomplexen wider und machen die Breite seiner kreativen Ebenen deutlich.

Zwischen Kontrolle und Zufall: das Prinzip Interaktion »

Giers’ Bildobjekte, Plastiken und Installationen sprechen Seh-, Hör- und Tastsinn gleichermaßen an. Sie überraschen, belustigen, irritieren oder faszinieren. „Einfach machen!“ fordert der Künstler sein Publikum auf – die passive Rolle aufzugeben und mit den Objekten zu interagieren. Es ist zugleich ein Motto seines Schaffens: Inspiration entsteht hier weniger durch Eingebung als durch Tüfteln, Experimentieren und spielerische Kommunikation.

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Fotos /credits :

Walter Giers, Schwarze Hände, 1972 © Nachlass Walter Giers, Foto: Franz Wamhof

Termin: 19.10.2025 - 19.04.2026

Adresse: Museum Ritter, Waldenbuch/DE

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