und … Licht – ArtLight

und … Licht

Ausstellung | 22.3. – 12.5.2019

Himmlisches Licht

Licht als zentraler biblischer Begriff beschreibt, beleuchtet und wirft Fragen auf. 245 Mal wird das Wort „Licht“ in der Bibel verwendet. „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht“, heißt es gleich im ersten Buch Mose. Der Prophet Jesaja schreibt: „Mache dich auf, werde Licht! Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir.“ (60,1) Schließlich erklärt Jesus im Johannesevangelium: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ – In vielen Religionen und Philosophien der Welt  steht das Licht für Erleuchtung und Erkenntnis. Licht ist die Quelle des Guten und es vertreibt das Böse, den Teufel und die Finsternis. – Die Evangelische Kirche im Rheinland möchte den Dialog zwischen Theologie, Licht und Kunst mit der Ausstellung „und … Licht“ intensivieren.  Sieben Künstler sind eingeladen worden:

―           Christoph Dahlhausen
―           Konstantinos Angelos Gavrias
―           Krüger&Prothmann
―           Molitor&Kuzmin
―           Diana Ramaekers

Die Künstler beleuchten mit ihren Kunstwerken christliche Botschaften, aber vor allem stellen sie neue Fragen. Die Ausstellung – kuratiert von Holger Hagedorn – wird in Saarbrücken, Trier, Mönchengladbach, Troisdorf, Essen, Krefeld und Düsseldorf zu sehen sein. s.u.

In seinem theologischen Begleittext zur Ausstellung schreibt Frank Vogelsang, Direktor der Evangelischen Akademie im Rheinland: „Die Kunstwerke geben eine Ahnung davon, dass Licht immer ein kostbares Gut ist, dass es fragil ist, dass es auch verschwinden kann.“ Das sei beispielsweise der Fall, „wenn dunkle Mächte die Lichtregie übernehmen und statt einer offenen Kommunikation Fake News vorziehen“. Licht erscheine in den Kunstwerken der Ausstellung immer zerbrechlich und angefochten. „Es arbeitet sich ab an den Materialien, an den Medien, die es durchdringt.“ So werden auch diese neun Positionen jeweils in Beziehung zur Architektur der Kirchen und der Räume, in denen sie jeweils ausgestellt sind, sowie zu den dort herrschenden Lichtverhältnissen jedes Mal neu wahrnehmbar sein – ein interessantes Abenteuer!

Termine der Wanderausstellung:

22.3. –  12.5.2019 –  Konstantin Basilika Trier
16.5. –  6.7.2019 –  Ernst-Christoffel-Haus Rheydt Mönchengladbach
11.7. –  25.8.2019 –  Johanneskirche Troisdorf
28.8. –  2.10.2019 –   Kunstraum Notkirche Essen
11.10. –  17.11.2019 –   Friedenskirche Krefeld
20.11. –  22.12.2019 –  Johanneskirche/ Stadtkirche Düsseldorf
6.1. –  14.2.2020 –  Haus der Landeskirche Düsseldorf

Molitor & Kuzmin | 2+1

Das Objekt besteht aus drei Leuchtringen, die wie Bullaugen aus Betonwänden lugen. Die Leuchtringe verweisen auf die göttliche Dreifaltigkeit, wobei die Ringe asymmetrisch zueinander angebracht sind und leicht erhaben aus dem Beton hervortreten.

Konstantinos Angelos Gavrias | aeon

Aeon ist tatsächlich ein Selbstporträt. Aus der Ferne sieht man nur eine mattweiße Fläche. Erst aus der Nähe, einem bestimmten Blickwinkel und unter einem besonderen Lichteinfall treten die Umrisse eines Mannes hervor, der den Betrachter aus einer anderen Sphäre anzuschauen scheint. So, als falle er aus dem Rahmen und trete vom Jenseits in die diesseitige Welt ein.

Krüger & Prothmann | Videoinstallation „falling lights and rising shadows

Filmische Sequenzen werden in Endlosschleifen an Wände projiziert. Die hellen und dunklen Formationen lassen vielfältige Assoziationen zu: Schatten wandern, steigen auf, verschwinden und machen Platz für Lichtstrahlen, die sich im bewegenden Wasser brechen und auffächern.

Molitor & Kuzmin | Lichtzeit

Wie verhalten sich Licht und Zeit überhaupt zueinander? „Licht“ und „Zeit“ treten in eine konträre Beziehung zueinander: Das Licht läuft der Zeit entgegen, die Zeit kollidiert mit dem Licht. Was mag das bedeuten? Albert Einstein hat das Verhältnis von Licht und Zeit erforscht. In seiner Relativitätstheorie legt er dar, dass die Zeit langsamer vergeht, je schneller man sich bewegt. Ist es also möglich, das Vergehen der Zeit anzuhalten, wenn man in Lichtgeschwindigkeit unterwegs ist? Kann der  Mensch ewig leben, wenn er sich nur schnell genug bewegt?

Molitor & Kuzmin | m&k-Licht-2000

Feiner Sand ist auf dem oberen Ende einer Stele über eine Leuchtstoffröhre gestreut. Besucherinnen und Besucher können Botschaften in den Sand schreiben – ein partizipatorisches Element.

Christoph Dahlhausen |  Shine on . . .  

Die Baugerüst-Licht-Installation rahmt Eintrittspforten in die Welt des Sakralen oder aus ihr hinaus. Die dekonstruktivistische Anordnung weist in viele Richtungen. Dennoch, das blaue Licht der Leuchtstoffröhren ist ein deutlicher Hinweis auf die himmlischen Sphären.

Christoph Dahlhausen |  Stellare Verbindungen

Fotofilter und bunte Fotolinsen sind auf einer Aluminiumscheibe befestigt. Ein Lichtprojektor strahlt die sich langsam drehende Scheibe an und wirft farbiges Licht in sich verändernden Konstellationen auf Wände, Kanzeln oder andere Raumelemente – ein möglicher Hinweis auf Projektion in Religion und Psychologie?

Diana Ramaekers | Spiritus Sanctus

Die Installation zeigt drei aus flachem Glas angedeutete Wasserlachen, die Licht bläulich und – je nach Perspektive – regenbogenfarben reflektieren. Vermittelt werden metaphorische Vorstellungen davon, was der Heilige Geist sein könnte: eine Inspirationsquelle und schöpferische Kraft.

Molitor & Kuzmin | Welle

Eine Leuchtstoffröhre ist in eine Rahmenkonstruktion aus Aluminium gearbeitet. Eine meditative Anmutung geht von dem Objekt aus; es vermittelt den Eindruck einer sich drehenden Lichtwelle.

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Bildunterschrift zu allen Fotos:

| und … LICHT  | 2019 | Fotos: Andrea Dingeldein | Das Copyright liegt bei den Künstlern und der Evangelische Kirche im Rheinland  |

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